Mit der Wahl eines Softwareentwicklungspartners leben Sie jahrelang – und die Verkaufspräsentation ist dafür die am wenigsten verlässliche Grundlage. Verlässliche Informationen lassen sich prüfen: Bewertungen namentlich genannter Kunden, Fallstudien mit Zahlen, nachprüfbare Zertifizierungen und lesbare Vertragsklauseln. Hier ist die Checkliste mit 12 Punkten, die wir selbst verwenden würden, ergänzt um Warnsignale, bei denen Sie das Gespräch beenden sollten.

Die 12 Punkte

1. Verifizierte Kundenbewertungen – möglichst aktuelle

Achten Sie auf Bewertungen auf Plattformen, die Bewertende verifizieren; Clutch befragt Kunden direkt. Aktualität ist wichtiger als Menge: Fünf Bewertungen aus dem letzten Jahr sagen mehr aus als zwanzig von vor fünf Jahren. Fragen Sie sich, ob diese Kunden für ein Referenzgespräch erreichbar wären.

2. Fallstudien mit messbaren Ergebnissen

Eine Wand voller Logos ist kein Beleg. Eine Fallstudie benennt den Kunden, die Kosten des Problems, die entwickelte Lösung und die Veränderung – in Zahlen. Sind alle Fallstudien anonym und ohne Kennzahlen, sollten Sie einen Grund dafür vermuten.

3. Wer Ihren Code tatsächlich schreibt

Fragen Sie nach der Erfahrung der Personen, die an Ihrem Projekt arbeiten werden, nicht nach dem Unternehmensdurchschnitt. Ein Angebot durch erfahrene Fachkräfte und eine Umsetzung überwiegend durch Junioren gehören zu den ältesten Tricks der Branche. Fragen Sie direkt: Wie viele Jahre Erfahrung haben die Entwickler meines Projekts?

4. Überprüfbare Sicherheit

DSGVO-Konformität behauptet jeder; ein ISO-27001-Zertifikat hat eine Nummer und eine ausstellende Stelle, die Sie prüfen können. Bei personenbezogenen Daten oder Finanzdaten sollten zertifizierte Sicherheitsprozesse eine Voraussetzung und kein Zusatzvorteil sein.

5. Eigentum an Code und Konten – vertraglich geregelt

Mit der Schlusszahlung müssen Quellcode, Store-Konten, Cloud-Infrastruktur und Domain Ihnen gehören, abgesichert durch eine ausdrückliche Klausel zur Übertragung der Rechte. Zögert ein Anbieter dabei, ist alles andere zweitrangig.

6. Ein transparentes Preismodell

Festpreis bei klar definiertem Umfang, Abrechnung nach Aufwand bei iterativer Entwicklung – beides ist legitim. Ein unbegrenztes Budget ist es nicht. Bestehen Sie auf einem Meilensteinplan, der Kosten und Fortschritt gegenüberstellt.

7. Jede Woche sichtbarer Fortschritt

Jede Woche funktionierende Software – Demos, TestFlight-Versionen, Links zur Testumgebung – statt bloßer Statusberichte. Kommt die erste funktionsfähige Version erst im dritten Monat, können Sie das Projekt nicht wirksam steuern.

8. Begründete Technologieempfehlungen

Ein guter Partner begründet die Technologiewahl anhand Ihres Produkts: wann native mobile Entwicklung ihren Preis wert ist, wann plattformübergreifende Entwicklung 40–60 % spart und warum diese Datenbank passt. Ein Anbieter, der jedem Kunden dieselben Technologien verordnet, optimiert seine eigene Arbeit statt Ihr Produkt.

9. Eine klare Kommunikationsstruktur

Sie sollten wissen, wer Ihnen antwortet und wie schnell. Ein fester Kontakt – bei uns ein Fachberater – und eine zugesagte Reaktionszeit sind besser als ein allgemeines Postfach. Langsame Antworten im Vertrieb werden nach der Unterschrift nicht schneller.

10. Schriftlich vereinbarter Support nach dem Start

Neue iOS- und Android-Versionen, Aktualisierungen von Abhängigkeiten, Sicherheitspatches: Software braucht Wartung. Fragen Sie vor der Unterschrift nach dem Vorgehen nach dem Start – SLA, laufende Betreuung oder Weiterentwicklung in Sprints – und nicht erst beim ersten Ausfall.

11. Zeitzone und gemeinsame Arbeitszeiten

Für Unternehmen in der EU arbeitet ein Nearshore-Team in Rumänien weitgehend am selben Arbeitstag; für US-Teams reicht die Überschneidung am Vormittag für tägliche Abstimmungen und Entscheidungen. Messen Sie die tatsächliche Überschneidung in Stunden – sie beeinflusst die Qualität der Zusammenarbeit.

12. Eigene Produkte und Entwicklungskultur

Teams mit eigenen Produkten verstehen Verfügbarkeit, Einführung und Support aus der Betreiberperspektive. Fragen Sie, was das Unternehmen für sich selbst entwickelt, und lesen Sie seinen Entwicklungsblog. So sehen Sie, wie das Team denkt, wenn es gerade nichts verkauft.

Warnsignale, bei denen Sie das Gespräch beenden sollten

  • Schätzungen ohne Rückfragen – ein seriöses Team kann nicht bepreisen, was es nicht verstanden hat
  • Keine Klausel zur Rechteübertragung oder Hosting und Konten, die auf den Namen des Anbieters laufen
  • Ein „Ja“ zu jeder Anfrage ohne Abwägung – dann sprechen Sie nicht mit Entwicklern
  • Anonymes Portfolio, keine überprüfbaren Bewertungen, kein namentlich genanntes Team
  • Druck zur Unterschrift, bevor der Umfang schriftlich festgehalten wurde

Prüfen Sie Ihre Vorauswahl anhand dieser 12 Punkte; meist grenzt sich das Feld dadurch von selbst ein. Prüfen Sie auch uns nach derselben Liste: Unsere Bewertungen, Fallstudien mit Zahlen, Zertifikatsnummer und Vertragsbedingungen sind öffentlich oder auf Anfrage verfügbar. Genau darum geht es bei der Checkliste: Sie gilt für alle, auch für uns.